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BZ-Artikel 26.01.19: Gifhorner EU-Kandidatin Lena Düpont trommelt aus Überzeugung für Europa

Gifhorner EU-Kandidatin Lena Düpont trommelt aus Überzeugung für Europa


Gifhorn. Lena Düpont wappnet sich für vier harte Monate. Die 32-Jährige aus Gifhorn ist Listenkandidatin der CDU Niedersachsen für die Europawahl am 26. Mai. Zwar hat die studierte Politologin und Redakteurin auf Platz drei hinter den CDU-Schwergewichten David McAllister und Jens Gieseke ein Mandat für Brüssel und Straßburg so gut wie sicher. Dennoch muss sich Lena Düpont mit ihrer Europa-Überzeugung in einem politischen Umfeld aus Euro-Skepsis und aufkeimendem Nationalismus behaupten.

Doch wem, wenn nicht der schlagfertigen, patenten Christdemokratin soll das gelingen? Immerhin setzte sie sich im innerparteilichen Auswahlprozess mit Selbstbewusstsein und Überzeugungskraft gegen favorisierte Konkurrenz durch, punktete mit harten Fakten in einer gewinnenden Art. Diese Ausstrahlung soll nun auch lagerübergreifend die Wähler überzeugen, ist CDU-Stadtverbandschefin Ingrid Pahlmann sicher.

Lena Düponts Europa-Affinität ist jedenfalls nicht aufgesetzt. Vor dem Abitur am Humboldt-Gymnasium ermöglichte es ihr die Gifhorner Europaschule, ein Betriebspraktikum in der tschechischen Republik zu verbringen, von dem sie noch heute schwärmt. Während ihres Politik- und Publizistikstudiums in Erlangen fand Düpont den Einstieg in die Politik und in die EU-Institutionen bei der damaligen Gifhorner Europaabgeordneten Ewa Klamt, später als Büroleiterin von Pahlmann während deren Berliner Mandats. Vor einer familienbedingten Rückkehr nach Gifhorn, wo sie zurzeit in einem Pressebüro in Teilzeit arbeitet, engagierte sich Düpont als Europareferentin beim Deutschen Reiseverband: "Da habe ich die EU-Institutionen auch mal von außen kennengelernt."

In ihrem Wahlkampf setzt die Newcomerin auf soziale Netzwerke - zwangsläufig. "Am besten funktionieren zwar die Gespräche vor Ort", weiß Düpont. Nur ist ihr Wahlkreis mit acht nordostniedersächsischen CDU-Kreisverbänden für eine persönliche Betreuung realistisch betrachtet viel zu groß. Doch vor dem Problem stehen Bewerber aller Parteien. Düponts Kalender ist für April und Mai schon heute ausgebucht, aktuell freut sie sich: "Noch ist Zeit für ein paar kleinere Veranstaltungen in einzelnen Ortsvereinen. Da kann ich aus meiner Zeit in Brüssel berichten."

Große Plakatkampagnen sind von Düpont nicht zu erwarten. Einerseits ist die Europawahl keine Personenwahl. Düpont: "Köpfe allein bringen es auch nicht." Andererseits müsste sie solche Kampagnen selbst bezahlen. "Ja, der Wahlkampf kostet mich eine Menge", sagt sie. Ein Kernteam von drei Personen unterstützt sie ehrenamtlich.

Und was ist Lena Düponts Botschaft für Europa? Sie setzt auf die große europäische Idee: "In welcher Union wollen wir leben?" Die EU müsse sich gegenüber globalen Mächten wie den USA und China behaupten. "Allein könnten wir ihnen schon zahlenmäßig nicht entgegentreten", sagt Düpont. Wichtig sei, sich über die EU zu streiten, ohne gleich mit dem Austritt zu drohen: "Es läuft nicht alles richtig, aber ein Austritt spaltet nicht nur die EU, sondern auch den betreffenden Mitgliedsstaat selbst", beschreibt Düpont die Erfahrung, die Großbritannien gemacht hat.

Das europäische Leitmotiv der Einheit in Vielfalt überzeugt Düpont nach wie vor. Das bedeutet: Konzentration auf die großen Themen. "Über Industrie, Umwelt und Landwirtschaft müssen wir uns austauschen, wie es besser geht. Künftig auch über Verteidigung." Bei solchen Kernthemen müsse Europa schneller und besser werden. In Randbereichen dagegen müsse sich die EU nicht mit Details befassen. Was als Regelungswut aufgefasst werden könne, sei entbehrlich. Und: "Wir in Deutschland müssen nicht auf jede Richtlinie noch einen draufsetzen."


Quelle: Braunschweiger Zeitung
Text/Foto:
Christian Franz


 

 

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